Mittwoch, 18.05.2011, 21:00
in Chemnitz

Der Gast: Clemens Meyer mit Das Herz auf der Haut  und Dir zu Füßen – Gedichte mit Hunden

Theater Chemnitz
SCHAUSPIELHAUS Foyer

Zieschestraße 28
09111 Chemnitz

Eintritt frei.

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»Dir zu Füßen: Gedichte von Hunden« von Amy Hempel und Jim Shephard

Aus dem Amerikanischen von Clemens Meyer

Hunde sind in vielerlei Hinsicht die besseren Menschen. Sie sind ehrlicher, treuer, anhänglicher und mutiger als die meisten unserer Zeitgenossen. Dieses Buch zeigt: Sie sind auch die besseren Lyriker. Sie kennen keine abgeschmackten Metaphern, keine platten Vergleiche, keine poetischen Drechseleien, keine überschäumenden Emotionen, kein manieriertes Vokabular, keine romantische Überhöhung der Natur und keine Todessehnsucht. Sie sind so authentisch, wie wir es gern wären.Dieses schöne Bändchen versammelt die lyrischen Ergüsse von Hunden, die Schriftstellern gehören. So ist vermutlich auch das Talent zu erklären, das jedem einzelnen, ob Golden Retriever, Langhaardackel, Pekinese oder Chow-Chow zu eigen ist. Endlich ein Buch, das diesen unverwechselbaren Stimmen Gehör verschafft.

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»Das Herz auf der Haut: Literarische Geschichten über das Tattoo«


"Durch diese Geschichten klingt das Rauschen der Meere, sie erzählen uns von Seemannsträumen, von bemalten und beschriebenen Seelen."
Clemens Meyer in seinem Vorwort
Spätestens, seit die Tätowierung der neuen deutschen First Lady Bettina Wulff im Sommer 2010 durch die Medien ging, ist klar: Der permanente Körperschmuck ist salonfähig geworden. Dabei war die Geschichte der Tätowierung wechselhaft. Während Charles Darwin auf seinen Entdeckungsfahrten feststellte, dass schon die "Wilden auf ihre persönliche Erscheinung größten Wert legten", und kein einziges Land bereiste, "in welchem die ursprünglichen Bewohner sich nicht tätowierten", war der von den Seefahrern nach Europa getragene Körperkult in Zeiten der Christianisierung hierzulande zunächst verpönt. Dennoch setzte sich die Mode durch: Im 19. und 20. Jahrhundert verbreiteten sich die Tätowierstudios ausgehend von den großen Hafenstädten durch die Lande. Zwar galt die Tätowierkunst noch lange als anrüchig-provokatives Markenzeichen der Subkultur, etablierte sich aber auch als literarischer Topos."Das Herz auf der Haut" versammelt Höhepunkte der internationalen Literatur, darunter Erzählungen von Ray Bradbury, Sylvia Plath, Franziska Gerstenberg und John Irving. Darin verausgaben sich geniale Tätowierkünstler, um das perfekte Tattoo zu kreieren, Matrosen schrecken selbst vor Kirchenraub nicht zurück, um das heißersehnte Motiv bezahlen zu können, und von mysteriösen Frauen gestochene Tätowierungen erwachen auf der Haut ihrer Träger zum Leben.